Vorwort

Vorwort

Alle Namen unserer Freunde und Bekannten sind in diesem Tagebuch aus Datenschutzgründen abgeändert.

 

 

Wieso ausgerechnet die Niederlande?

Wieso ausgerechnet die Niederlande?

Diese Frage hören wir immer wieder einmal, wenn wir von unseren Urlaubsreisen berichten.

Leider lässt sich diese Frage nicht mit einem Satz beantworten. Wir wollen trotzdem versuchen eine kurze Antwort zu geben:

 

Nichts liegt näher!

Vorgeschichte

Die Anfänge

Im Spätsommer 1998 saßen wir mit unseren Freunden Ines und Volker gemütlich bei einem Gläschen Rotwein zusammen. Ines und Volker kamen gerade von einem Campingurlaub in Südfrankreich zurück und wir hatten gerade zwei Wochen Ferienhausurlaub im Bayerischen Wald hinter uns. Im Laufe des Abends machten uns die beiden das Campen so richtig schmackhaft. Während ich früher bereits Campingurlaub mit meinen Eltern machte und die Vor- und Nachteile eines solchen Urlaubs kannte, bedurfte es bei meiner Frau doch noch ein wenig Überzeugungsarbeit. Am Ende des Abends stand allerdings fest: Wir kaufen uns einen Wohnwagen. Natürlich erst einmal ein älteres gebrauchtes Modell, denn man weiß ja nie ob auch wirklich beide Partner und die Kinder Spaß an einem solchen Urlaub haben würden.

 

Nach ein paar Wochen stand dann auch wirklich ein alter gebrauchter aber noch gut erhaltener Bürstner City auf unseren Hof und die Urlaubsplanung für das nächste Jahr konnte beginnen.

Der erste Urlaub mit dem Wohnwagen

Unsere erste Urlaubsreise mit dem Wohnwagen führte uns dann in die Provinz Zeeland, genauer gesagt nach Vrouwenpolder auf den Campingplatz "de Zandput".

Nach einer recht entspannten Anreise und dies trotz oder gerade weil man sich mit einem Wohnwagen an eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 80 halten musste, erreichten wir morgens um sieben Uhr den Campingplatz.

Nachdem unser Wohnwagen  auf dem reservierten Stellplatz stand konnte mit dem Aufbau des Vorzeltes begonnen werden. Nach rund zwei Stunden Stangen sortieren und zuordnen, Vorzelt in die Kederleiste einziehen, Gestänge aufbauen und der richtigen Ausrichtung des Vorzeltes stand es endlich. Zwar nicht so wie wir es uns eigentlich gewünscht hatten, aber die kleinen Schönheitsfehler schoben wir einfach auf den etwas unebenen Untergrund. Man muss als Camper halt auch mal mit 90% zufrieden sein.

 

Die folgenden zehn Tage verbrachten wir also auf unserem Campingplatz, dem unmittelbar hinter den Dünen liegendem Strand und in den Dörfern und Städten in der näheren Umgebung.

 

Wir mussten feststellen, dass man uns Deutschen gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen gegenüberstand und wurden überall sehr zuvorkommend behandelt obwohl es einige Leute gab, die uns vorher vor einer Abneigung der Niederländer gegenüber den Deutschen berichtet hatten. Aber von Abneigung gegenüber uns war rein gar nichts zu spüren. Diese Leute, die so etwas behaupten verwechseln offenbar die ,durchaus gesunde, sportliche Rivalität insbesondere bei Fußballspielen zwischen den Niederländern und uns Deutschen und dem tatsächlichen Verhalten unserer westlichen Nachbarn.

 

Als wir am Ende unseres viel zu kurzen Urlaubs die Heimreise antreten mussten, stand für und eines ganz kalr fest:

 

Wir kommen wieder nach Vrouwenpolder!

 

 

Der neue Wohnwagen

Irgendwie war unser Bürstner auf Dauer zu klein. Zwei Erwachsene, zwei Kinder und eine Hovawarthündin, das passte alles nicht mehr so ganz in unseren Wohnwagen.

 

Also machten wir uns auf den Weg zum Caravan-Salon nach Düsseldorf um dort nur mal ein wenig nach den aktuellen Modellen zu schauen. Am Ende des Tages hatten wir dann eine unterschriebenen Kaufvertrag für einen neuen und vor allem größeren Wohnwagen, der unserem Hobby alle Ehre machte in der Hand.

 

Bis zur Auslieferung dauerte es aber bis zum März 2001.

 

Wir führen also am 03.03.2001 in die Nähe von Hannover zu einem Caravanhändler und holten unser neues Gefährt ab. Nach einer sehr guten Einweisung  traten wir gegen Mittag die Heimreise an. Auf der Fahrt merkte ich schon, dass der Neue doch wesentlich schwerer war als der Vorgänger und unser Nissan Serena mit dem Gewicht sehr zu kämpfen hatte.

 

Zuhause angekommen wurde der Wohnwagen unter Tatkräftiger Mithilfe der Nachbarn auf den Hof geschoben und bestaunt und begutachtet.

 

Es war einfach ein tolles Teil, was wir uns da geleistet haben.

 

Die folgenden Wochen verbrachten wir mit dem Packen des Wohnwagens, ein zusätzliches Antennenkabel wurde verlegt und die Ösen für das Vorzeltgestänge mussten auch noch angebracht werden.

 

Dann konnte es endlich losgehen und wie verbrachten mal wieder zwei wunderschöne Wochen in Vrouwenpolder. Diesmal mit wesentlich mehr Platz und Komfort als in den Urlauben vorher.

 

Schade nur, dass wir genau fünf Monate nach dem Kauf auf der Heimreise von Kroatien einen Zwischenstopp in Bad Tölz eingelegt haben. Denn leider zog genau an diesem Tag ein schweres Hagelunwetter auf und die vom Himmel fallenden Golfbälle haben nicht nur unser Auto stark beschädigt sondern auch unseren Wohnwagen komplett zerstört und für eine weitere Verwendung unbrauchbar gemacht.

 

Doch auch diesen Tiefschlag haben wir, auch Dank der Versicherungserstattungen, gut verkraftet und so kam zu dem daraufhin neu angeschafften Wohnwagen auch noch ein neues Auto mit einer wesentlich besseren Motorisierung.

Vrouwenpolder 10.01.2010 bis 17.01.2010

Eigentlich hätten wir es wissen müssen. Man fährt nicht in den Urlaub wenn es schneit. Vor ein paar Jahren hatte ein befreundetes Ehepaar bei der Reise nach Vrouwenpolder einen Reifenschaden am Wohnwagen. An diesen Tag schneite es zumindest bei uns sehr stark. Auch diesmal schneite es und auch diesmal kamen wir nicht ohne Panne ans Ziel. Nur etwa 15 km von dem Ort entfernt, an dem unsere Freunde damals ihre Reifenpanne hatten, blieb das Fahrzeug meines Bruders am Rastplatz Aachener-Land mit einem gerissenen Zahnriemen stehen. Glücklicherweise ist mein Bruder Mitglied des ADAC und so konnte er Dank der gelben Engel die Urlaubsreise mit einem Leihwagen fortsetzten.

 

Endlich in Vrouwenpolder angekommen bezogen wir unser Ferienhaus im Bungalowpark Breezand. Es war ein wunderschönes Haus mit Küche, Wohn- und Esszimmer, 2 Bädern, 2 Schlafzimmer und einem großen Garten in dem unsere vierbeinigen Mitfahrer nach Herzenslust toben konnten. Dieses Haus können wir wirklich nur weiterempfehlen, zumal auch der Vermieter ein äußerst netter Zeitgenosse ist, der uns bei Fragen gerne zur Verfügung stand. Wer einmal dieses Haus mieten möchte kann ja gerne mal auf der Internetseite www.happyplus.nl nachsehen. Es lohnt sich auf alle Fälle.

 

Aber was macht man eigentlich eine ganze Woche außerhalb der Saison in Vrouwenpolder?
Ganz einfach: Erholen!
Natürlich standen die üblichen Strandspaziergänge in Vrouwenpolder, Wester-Schouwen und Domburg auf dem Programm. Schade war nur, dass die Strandpavillons wenn überhaupt nur am Wochenende geöffnet waren.
Besuche in Middelburg, Oostkapelle, Domburg und Veere standen ebenfalls auf dem Programm (natürlich immer mit dem Besuch eines entsprechenden Cafés), genauso wie eine Besichtigung des Oosterschelde-Sturmfluwehres.

Die erste Fahrt führte uns aber am Montag zur Kaasboerderij Schellach (www.schellach.nl). Hier gibt es nicht nur Käse in vielen Variationen sondern auch viele weitere Milchprodukte und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Wir haben uns gleich mit einem Käsevorrat für die ganze Woche eingedeckt.

Abends haben wir dann meistens gemeinsam gekocht. Dieses gemeinsame Kochen hätten wir auch Live bei irgendeinem Fernsehsender zeigen können. Nicht nur das die zubereiteten Speisen einfach lecker waren, auch der Spaß den wir bei der Arbeit hatten würde den ein oder anderen zum Lachen bringen.
Selbstverständlich mussten wir auch die Gastronomie in Vrouwenpolder testen und so haben wir die Restaurants „de Boekanier" und „de Hexenketel" mit unserer Anwesenheit beehrt. In beiden Restaurants kann man wirklich gut essen. Die Preise sind zwar für mittelhessische Verhältnisse recht hoch aber man darf nicht vergessen, dass diese Region zu den Touristenhochburgen der Niederlande gehört. In den einschlägigen Gebieten an der deutschen Nordseeküste zahlt man ja auch diese Preise ohne mit der Wimper zu zucken.

 

Nach dem Essen/Spülen haben wir dann oft gemütlich bei einem Glas Wein oder Bier zusammen gesessen und das ein oder andere Spiel gespielt. Wobei es in den meisten Fällen auf die Phase 10 hinaus lief.

 

Nach einer viel zur kurzen Woche haben wir uns dann am Sonntag gut erholt wieder auf den Heimweg gemacht, welcher trotz Nebel und Regen glücklicherweise ohne Zwischenfälle von statten ging.

Vrouwenpolder Ostern 2010

Der Winter dauerte dieses Jahr einfach viel zu lange. Aber jetzt, wo die Tage merklich länger werden lässt sich nach Aussagen unserer Wetterfrösche der Frühling wohl nicht mehr aufhalten.

Also wurde es auch für uns Zeit, den Wohnwagen aus dem Winterschlaf zu erwecken und reisefertig zu machen.

 

Freitag, 12.03.2010

 

Nach der Arbeit ist vor der Arbeit!

Wir machten uns heute auf um unseren Wohnwagen aus dem Unterstellplatz abzuholen. Bis auf den übliche Staub war auch diesmal alles in bester Ordnung. Wieder Zuhause angekommen wurde der Wohnwagen mit vereinten Kräften (warum müssen diese Dinger eigentlich so schwer sein?) auf unseren Hof geschoben und natürlich ordnungsgemäß mit Handbremse und Unterlegkeilen gesichert. Das wars dann auch für heute, aber ich wusste schon, dass am nächsten Tag noch einiges an Arbeit auf mich zukam.

 

Samstag, 13.03.2010

 

Nicht sauber sonder rein!

Nach einer so langen Standzeit setzt sich nicht nur aussen am Gefährt Staub und Dreck ab, nein, auch in den allertiefsten Niederungen des Caravan findet man Unrat, den man sich dort nicht wünscht.

In den Wasserleitungen!

Ich habe also ein spezielles Reinigungsmittel in den Wassertank gekippt, diesen dann mit 22 liter Frischwasser aufgefüllt und erstmal alle Leitungen und die Therme mit diesem Gemisch volllaufen lassen. Dann hieß es ersteinmal 24 Stunden warten.

Aber nicht für mich, denn wer schon einmal einen Osterurlaub in Walcheren verbracht hat, weiß ganz genau, dass es zwei ganz wichtige Utensilien für eine solche Fahrt gibt.

Zwei gut gefüllte Gasflaschen. Eine um damit auf dem Grill die edelsten Speisen zuzubereiten und eine um bei Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt nicht zu erfrieren. Also machte ich mich auf nach Gießen um die leere 11 kg Gasflasche gegen eine volle zu tauschen. Um diese volle Gasflasche wieder im Gaskasten verstauen zu können war es jedoch zwingend notwendig auch noch den Gaskasten aufzuräumen (oder sollte ich besser sagen entrümpeln?).

Nach dieser Arbeit habe ich dann beschlossen, es reicht für heute, denn wir haben ja noch fast zwei Wochen Zeit.

 

Wenn der Wind weht - oder Flaggenkunde ist Ehrensache!

Seit heute hängt oder weht Sie wieder auf unseren Balkon - die rot-weiß-blaue Fragge der Niederlande.

Das wurde ja auch langsam Zeit, denn ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, dass ich vielleicht Schuld an dem schlechten Wetter bin.

Früher wurde ich oft gefragt: "Was willst Du denn mit Frankreich?"

Also erstens: Frankreich ist auch ein wunderschönes Land, sonst hätte ich dort nicht bereits einige Urlaube verbracht und zweitens:

Die Französische Flagge ist blau-weiß-rot und senkrecht gestreift währen die der Niederlande eben rot-weiß-blau und Waagrecht gestreift ist.

Zwar gibt es immer noch Nachbarn die sich über die Flagge in rood-wit-blauw aufregen aber das ist mir ja so was von egal. Bei der WM in Südafrika werden wir ja sehen wer die richtige Flagge gehisst hat. Oder auch nicht?! Ich freue mich jetzt schon auf das mögliche Halbfinale Deutschland-Niederlande welches ich dann auf Camping de Zandput, hoffentlich zusammen mit vielen niederländischen und deutschen Fans, erleben werde. Deutsche Grillkunst und niederländisches Bier, dazu ein schönes Fussballspiel - Männerherz was willst Du mehr?

 

Sonntag, 14.03.2010

 

Wasser marsch!

Die 24 Stunden Einwirkzeit für das Wasser-Reinigungsmittelgemisch waren vorbei. Was dieses Mittel so alles bewirkt ist schon klasse. Was allerdings aus meinen Wasserhähnen im Wohnwagen kam eher weniger. Dieses Wasser war nicht mehr klar sondern mit kleinen Fetzen Algen versehen. Aber nachdem dias Reinigungsgemisch komplett aus den Leitungen verschwunden war und auch die 40 liter Wasser, die ich zum durchspülen der Leitungen verwendet habe auch noch durch waren konnte wahrscheinlich auch der beste Biologe keine schädlichen Rückstände mehr in den Wasserleitungen finden.

Die Toilettenspülung und der Fäkalientank wurden noch mit den entsprechenden Zusätzen versehen und danach konnte ich mich endlich meinem freien Wochenende, oder was davon übrig war widmen.

 

Dienstag, 16.03.2010

 

Wie man sich bettet so schläft man!

Wieso hat eine Matratze im Hobby 540 UFe eigentlich kein Standardmaß von 200x140 cm? Wieso ist diese Matratze am Kopfteil 140 cm breit und am Fußteil nur 127 cm breit?

Die Antwort mein Kind weiß ganz allein der Wind.

Nach fast neunjähriger Nutzung war diese Matratze jetzt einfach fertig und musste gegen eine neue ausgetauscht werden. Ich habe also den Bettenhändler meines Vertrauens kontaktiert und ihm meine alte Matratze als Muster für eine der größe entsprechende neue vorbeigebracht. Dieser sagte mir zu, dass ich die neue Matratze in ein paar Tagen abholen könnte. Das war absolut in Ordnung, denn wir haben ja noch fast zwei Wochen Zeit.

 

Freitag, 19.03.2010

 

Freie Fahrt!

Heute kam sie endlich - die Roompot Vakantiecard!

Die Karte mit der man während des Urlaubs Zugang zum Campingplatz und zum Schwimbad in Kamperland hat. Unserem Urlaub steht somit eigentlich nichts mehr im Weg. Denn während andere (Spätbucher) erst noch zur Rezeption des Campingplatzes antreten müssen um sich dort in der Schlange anzustellen, können wir nun ganz einfach durch die Schranke zu unserem Stellplatz fahren.

Das tollste an unserer frühen Buchung ist aber, dass wir auf dem Campingplatz noch einen Verzehrgutschein im Wert von 50,-- Euro bekommen, welchen wir dann nach Herzenslust vertrinken oder verfuttern können. Strandpavillon wir kommen!

 

Freitag, 26.03.2010

Alles an Bord!

Nachdem wir gestern bereits den Innenraum des Autos mit Vorzelt, Grill und sonstigen Untensilien vollgestopft und ordentlich gesichert hatten habe ich heute noch mal so nebenbei unsere drei Fahrräder auf das Autodach verfrachtet. Warum die Gazelle (und ich meine nicht das schlanke Tier aus Afrika, sondern das Hollandrad meiner Frau) so schwer sein musste wie die beiden anderen Räder bleibt mir unerklärlich.

Eigentlich hatten wir den Platz auf Camping de Zandput ab heute gemietet, aber leider ließ es die Terminplanun nicht zu diesen heute auch schon aufzusuchen. Wir suchten stattdessen unseren Lieblingsgriechen, der eigenlich ein aramäischer Syrer oder syrischer Aramäer war, auf und nahme unsere letzte Mahlzeit vor der Abfahrt ein

 

Samstag, 27.03.2010

Los gehts!

Endlich ging sie los unsere Reise. Eine Reise die vieles zu bieten hatte. Aus diesem Grund folgen nun ein paar Geschichten, die man im Urlaub so erleben kann.

Die Schiebetür des Grauens

Man kann sich ja seine Nachbarn auf einem Campingplatz nicht aussuchen. Normalerweise handelt es sich dabei jedoch um recht nette Menschen mit denen es keinerlei Probleme gibt, vor allem dann wenn auch noch gute Freunde neben einem stehen. Manchmal hat man aber Nachbarn die würde man gerne irgendwo in den Dünen hinter dem Campingplatz vergraben wenn nicht ausgerechnet die Dünen ein Grundwassergewinnungsgebiet wären. Und von genauso einem Nachbarn handelt diese Geschichte.

 

In unserer Nachbarparzelle stand dieser schon etwa in die Jahre gekommene, zu einem Campingwagen umgebaute VW-Bus mit rotem Überführungskennzeichen aus Hagen.

Bewohner dieses Wagen waren ein Junge, geschätzte 12-13 Jahre alt und sein Vater mit undefinierbarem Alter. Undefinierbar deswegen, weil dieser gute Mann den ganzen Tag in seinem Campingwagen saß und seinen Kopf hinter irgendwelchen Büchern versteckte. Sein Sohn verbrachte die meiste Zeit des Tages im Freien und suchte mehr oder weniger erfolgreich Anschluss unter den gleichaltrigen Jugendlichen auf dem Campingplatz. Dies wäre im unter Umständen auch gelungen wenn..... ja wenn dieser Junge nicht die Angewohnheit gehabt hätte alle fünf Minuten zum Campingwagen zu rennen, die seitliche Schiebetür aufzureißen, seinen Vater etwas zu fragen (Wo sind meine Inliner? Wo ist mein Fahrradhelm? usw.) oder irgendwelche Beschimpfungen loszulassen und um dann die Schiebetür mit einem lauten RRRRRRRRRR-BUMM zuzuschlagen. Dies ging dann über einige Tage so von morgens um acht bis abends um zehn. Also zu Zeiten wo der  ein oder andere Nachbar noch oder schon wieder schlafen würde. Mir machte das alles relativ wenig aus, denn ich bin ja von Natur aus ein sehr verträglicher Mensch, der nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Manchmal ertappte ich mich sogar dabei, dass ich überlegte, wie lange es wohl noch bis zum nächsten RRRRRRRRRR-BUMM dauern würde. Wie gesagt, es machte mir relativ wenig aus.

Bis zu jenem Samstagmorgen.

Ich kam gerade vom Brötchen holen wieder als zum ersten mal RRRRRRRRRR-BUMM erklang. Ich setzte mich an den von meiner Frau liebevoll gedeckten Tisch, nahm meine Kaffetasse, führte diese zum Mund und ... RRRRRRRRRR-BUMM. Ich dachte voller Sorge an unsere Freunde Udo und Perry, die nebenan noch in Ihrem Wohnmobil schliefen, oder auch nicht mehr. Nachdem ich dann doch noch den ersten Schluck Kaffee zu mir genommen hatte und gerade dabei war mir ein Brötchen mit einer Nuss-Nougatcreme zu bestreichen ... RRRRRRRRRR-BUMM. Ich ließ mein Brötchen vor Schreck auf den Teller fallen, legte die schon aufgeschlagene Tageszeitung wieder zusammen und ging in der gebotenen und mir eigenen Ruhe los. Ich erreichte die Nachbarparzelle in absoluter Rekordzeit, riss die mir bislang nur durch das unangenehme Geräusch bekannte Schiebetür auf und fing mit einem kurzen aber deutlichen Vortrag an: „Guter Mann, wenn Sie eine Bescheinigung für den TÜV brauchen, dass Ihre Schiebetür einwandfrei funktioniert, stelle ich Ihnen diese gerne aus. Wenn Ihr Sohn der Meinung ist, er müsse alle paar Minuten die Tür auf- und zumachen ist dies Ihre Sache, aber in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft würden ein paar Menschen ganz gerne noch schlafen." Der Mann schaute ganz verdutzt aus seinem Buch hoch und während ich die Tür mit einem gewohnten RRRRRRRRRR-BUMM zuschlug hörte ich diesen noch zu seinem Sohn sagen: „Ich habe dir das doch schon die ganze Zeit gesagt." Dem weiten Gespräch konnte und wollte ich nicht folgen. Dieses Gespräch muss jedoch sehr erfolgreich gewesen sein, denn die Schiebetür hörte ich an diesem Tag nicht mehr. Stattdessen ging der Junge zum Stellplatz auf der gegenüberliegenden Seite zu einem Wohnmobil, hämmerte dort gegen die Tür und schrie: „Wann Frühstücken wir denn?" Leider konnte ich die Antwort der Bewohner des Wohnmobils nicht verstehen. Ich hätte in diesem Fall dem Jungen mit zwei schlagkräftigen Argumenten erklärt, dass wir um diese Uhrzeit noch nicht Frühstücken.

Auch in den folgenden Tagen hörte ich das wohlbekannte RRRRRRRRRR-BUMM nicht mehr, denn unsere Nachbarn hatten es vorgezogen den Campingplatz zu verlassen. Eigentlich Schade, denn ich hatte mich gerade an die beiden gewöhnt. Naja vielleicht sieht man sich ja im nächsten Jahr wieder, denn wir werden auf alle Fälle dort sein.

 

Die Blaulichtreise

Es soll ja Firmen geben, die schicken ihre Mitarbeiter auf sogenannte Rotlichtreisen. Soll ja auch mal ganz schön sein, Für mich wäre das aber nichts. Ersten bin ich seit vielen Jahren glücklich mit der besten Ehefrau von allen (Sorry Herr Kishon aber so ist es nun mal) und zweitens stehe ich nur bedingt auf die Süd-Ost-Asiatische Küche und drittens ist die Anreise mit dem Pkw und Wohnwagen in diese Region doch etwas beschwerlich.

Aber so eine Blaulichtreise wie im Jahr 2012 brauche ich auch nicht noch einmal.

Die Osterferien hatten begonnen und wir machten uns mal wieder auf den Weg in unsere zweite Heimat in den Niederlanden. Ich hatte schon am Freitag frei und konnte schon die restlichen Dinge im Wohnwagen und Auto verstauen. Die Tochter kam pünktlich nach der dritten Schulstunde nach Hause, nur meine Frau, die hatte noch Dienstbesprechung. So kurz vor dem Urlaub ist das ja auch äußerst sinnvoll. Wir fuhren also mal wieder viel zu spät los und es war schon abzusehen, dass wir den Campingplatz nicht vor 23 Uhr erreichen würden. Und genau um diese Zeit beginnt auf dem Campingplatz die Nachtruhe.

Wir überlegten also auf der Fahrt schon, wo wir denn übernachten werden. Unser erstes Ziel war der Rasthof Aachener-Land. Doch schon vor dem Rastplatz waren alle Autobahnauf-fahrten durch Großaufgebote der Polizei besetzt. Suchen die jemanden, suchen die mich, schwirrte es durch meinen Kopf und ich konnte meine Familie davon überzeugen, dass es noch viel zu früh sei jetzt und hier schon zu nächtigen. Wer will schon plötzlich nachts von einem entflohenen Sträfling im Wohnwagen geweckt werden.

Unsere Fahrt ging also weiter bis nach Belgien auf den Rastplatz Tessenderlo. Die Uhrzeit stimmte und wir legten unsere wohlverdiente Pause, die eigentlich bis zum nächsten Morgen so gegen sechs Uhr hätte andauern sollen, ein. Noch schnell ein kleines Bierchen getrunken, die Blase entleert und dann ging es ab in Bett. Endlich schlafen. Und ich bzw. wir schliefen gut, aber leider nicht lange genug. Ich kann mich gar nicht mehr genau an die Uhrzeit erinnern, als unser Hovi (Louis ist an diesem Tag fünf Jahre alt geworden) anfing wie von Sinnen zu bellen. Wir versuchten Louis durch gutes Zureden zu beruhigen. Dies war jedoch nicht erfolgreich. Er konnte einfach nicht aufhören. Einen Grund dafür sahen wir zu diesem Zeitpunkt nicht. Noch nicht!. Der Grund für sein Verhalten wurde uns erst ein paar Minuten später klar als unsere Tochter fragte: „ Warum steht eigentlich die Wohnwagentür offen?“. In diesem Moment wurde es mir schlagartig klar. Irgendjemand hat versucht bei uns einzu-brechen und wurde dabei von Louis gestört. Ich habe mir dann schnell etwas angezogen und bin raus aus dem Wohnwagen. Vom Einbrechen war jedoch nichts mehr zu sehen. Zum Glück für ihn, für unseren Hund und natürlich auch für mich. Ich teilte dann meiner Familie mit, dass ich jetzt erst einmal die Polizei anrufen werde. Diana bat mich noch, den Wohnwagen von außen abzuschließen was aber aufgrund des beschädigten Schlosses nicht möglich war. Toll, da hat man noch zwei Wochen Urlaub vor sich und kann noch nicht einmal die Kiste abschließen. Ich ging also in das Tankstellengebäude auf dem Rastplatz und bat den sehr hilfsbereiten Mitarbeiter die Polizei zu rufen.

Die beiden Herren, die dann nach etwa einer halben Stunde (mit Blaulicht) ankamen haben dann den ganzen Vorfall aufgenommen, Bilder gemacht, mir noch ein nettes Formular zu ausfüllen gegeben und sind dann wieder weggefahren nicht ohne mich darauf hinzuweisen, dass die Polizei auf diesem Rastplatz fast jede Nacht einen (versuchten) Einbruch aufnehmen muss. Zwar wären überwiegend LKWs davon betroffen aber ein Wohnwagen wäre auch schon mal dabei.

Das war nun schon das zweite Mal, dass ich auf dieser Reise direkt oder indirekt mit dem Blaulicht der Polizei zu tun hatte. Es sollte aber nicht das letzte Mal gewesen sein.

Wir waren ziemlich aufgewühlt nach diesem Vorfall und an Schlafen war gar nicht mehr zu denken. Außerdem war es mittlerweile schon so früh, dass wir den Campingplatz pünktlich zum Ende der Nachtruhe erreichen würden. Den Kaffee, den ich mir noch schnell im Tankstellengebäude holte hätte ich zwar nicht gebraucht, aber man hat halt so seine Angewohnheiten.

Unsere Fahrt ging also weiter über Antwerpen wieder in die Niederlande. Den Übergang von Belgien in die Niederlande kann man ganz leicht erkennen. Erst verschwinden die Straßenlampen, mit denen die Belgier auch ihre Autobahnen beleuchten müssen und dann wird der Straßenzustand schlagartig besser.

Es war eine tolle Fahrt auf der ebenen Autobahn A58 in Richtung Middelburg. Hier störte kein Schlagloch, keine Straßenunebenheit die perfekte Lage unseres 12-Meter-Gespannes. Wir unterhielten uns über die Geschehnisse der vorangegangenen Nacht und waren heilfroh, unser Ziel in kürze zu erreichen.

Ich konnte schon förmlich diesen unverwechselbaren Geruch Salz, Strand und einem frich gekochten Kaffee riechen als es plötzlich einen dumpfen Schlag gab, unsere Köpfe wurde unsanft nach hinten geworfen und das Fahrverhalten unseres Gespannes sich merklich verschlechterte. Mein erster Gedanke war: „Sch…e – ein Reifenplatzer!“ Ein Blick in den Rückspiegel links und ein Blick in den Rückspiegel rechts zeigte aber, dass sich der Wohnwagen weder nach der einen noch nach der anderen Seite neigte. Ein weiterer Blick in den linken Außenspiegel ließ mich dann den Grund erahnen. Hinter unserm Wohnwagen tauchten plötzlich zwei Scheinwerfer auf. Der Abstand zu diesem Fahrzeug vergrößerte sich merklich, da auch jetzt zu sehen war, dass eben dieses Fahrzeug die Warnblinkanlage eingeschaltet hatte und auf dem Seitenstreifen stehen blieb. Jetzt war alles klar. Irgendein anderer Verkehrsteilnehmer war auf den Wohnwagen gefahren. Ich musste noch rund 150 Meter weiterfahren, da wir uns im Bereich einer Autobahnauffahrt befanden. Ich schaltete die Warnblinkanlage ein und stellte unser Gespann auch auf dem Seitenstreifen ab. Noch schnell die Warnwesten angezogen und dann erst einmal alle raus aus dem Auto und Frau und Kind auf dem angrenzenden Grün in Sicherheit gebracht. Ich habe mir dann zuerst den Schaden am Wohnwagen angeschaut. Dort wo vorher noch eine schöne Kunststoffheckblende war konnte ich bis auf das jetzt verbeulte Metall blicken. Die Heckblende mit der Beleuchtung des Wohnwagens hing nur noch am Kabel befestigt auf der Straße. Währen ich mich auf den Weg zum Unfallverursacher machte stellte meine Frau schon mal das Warndreieck auf. Ich lief also die die 150 Meter zurück um nach dem Fahrer des anderen Fahrzeuges machte. Jeder Meter den ich lief ließ meine Wut weiter steigen. 20 Meter vor dem Unfallverursacher sagte ich vor mich hin: „Und jetzt hau ich dir aufs Maul!“ Noch 10 Meter. Meine Faust ballte sich schon in der Jackentasche. Noch 5….4…3…2…1 Meter, dann war ich endlich da. Ich blickte in das Fahrzeug und meine Faust entspannte sich wieder. Das was ich eigentlich vorhatte (aber sowieso nicht getan hätte) hatte schon der Airbag des Peugeot erledigt. In dem Auto saß ein Mann, etwa in meinem Alter und hatte deutliche Spuren des Luftsackes im Gesicht. Ich ging zur Beifahrertür und wollte diese öffnen was mir allerdings erst beim zweiten Versuch und unter Einsatz meiner 120 kg Körper-gewicht gelang. Irgendwie hatte sich bei diesem Auto die ganze Vorderfront etwas verzogen. Der Fahrer war zwar total neben der Spur, hatte aber schon die Polizei am Telefon.

Die Polizei kam (auch wieder mit Blaulicht) und nicht nur mit einem Wagen sondern gleich mit drei und zudem noch ein Krankenwagen, damit der Unfallverursacher an Ort und Stelle untersucht werden konnte. Nachdem ich erst von zwei netten Polizistinnen nach dem Unfall-hergang befragt wurde kam dann ein älterer sehr ruhiger Polizist auf mich zu und stellte mir nochmals die gleichen Fragen die ich ihm auch alle beantwortete. Irgendwann fragte mich dann der Polizist, wo ich denn eigentlich herkäme. Ich teilte ihm mit, dass wir aus der Nähe von Gießen angereist wären. Seine Antwort: „Ah, das liegt wohl direkt an der Grenze.“ ließ mich etwas stutzig werden. Ich erklärte ihm dann, wo Gießen liegt woraufhin er mich ungläubig anblickte und fragte: „Und warum sprechen Sie dann so gut Niederländisch?“ Ich erzählte ihm dann, dass wir jetzt schon so viele Jahre in die Niederlande reisen und ich deswegen fünf Semester Niederländisch bei der Volkshochschule gelernt hatte. Seit diesem Zeitpunkt hatte ich den Polizisten auf meiner Seite, auch wenn dies aufgrund der gegebenen Umstände gar nicht nötig war. Er teilte mir dann mit, dass ich doch später mal zu ihm auf die Wache kommen sollte, damit wir den Rest bei einer Tasse Kaffee klären könnten. Dieses Angebot nahm ich gerne an, denn es war nicht nur der Schock, der mich frieren ließ. Es war an diesem Morgen auch noch A….kalt und ich hatte unter meiner Warnweste nur eine dünne Jacke an.

Danach ging alles ganz schnell. Dar Fahrzeug des Unfallverursachers wurde abgeschleppt. Unser Wohnwagen wurde auf einen Abschleppwagen geladen allerdings nicht ohne den Hinweis, dass mich der Spaß erst einmal 325,-- Euro kosten würde. Das war mir in diesem Fall aber so was von egal. Ich wollte unbedingt diesen Urlaub auf „meinem“ Campingplatz verbringen. Wir selbst konnten die Weiterfahrt mit unserem Auto fortsetzten.

Der Rest ist schnell erzählt. Unser Wohnwagen wurde auf den Campingplatz gebracht (wobei wir noch nie so viele Schaulustige bei einer Anreise hatten) und wir haben trotz des bescheidenen Anfangs zwei wunderbare Wochen erlebt. Ich besuchte den netten Polizisten nicht nur einmal sondern zweimal und redete nicht nur über den Unfall mit ihm. Unser Wohnwagen wurde nach dem Urlaub von den gelben Engeln des ADAC nach Deutschland in eine Werkstatt gebracht und ist jetzt wieder voll einsatzfähig. Der Schaden wurde voll von der gegnerischen Versicherung bezahlt und wir waren, was noch viel wichtiger ist, bereits im Sommer wieder in den Niederlanden.

Doch was habe ich aus dieser Geschichte gelernt?

Ich werde nie wieder auf einem Rastplatz übernachten, wenn dort nicht auch andere Camper sind. Wahrscheinlich werde ich mir für Zwischenübernachtungen zukünftig einen Campingplatz oder einen empfohlenen Stellplatz suchen.

Ein guter Wachhund ist durch keine Alarmanlage zu ersetzen. Leider hat es der Einbrecher versäumt seinen Arm in den Wohnwagen zu strecken.

Es lohnt sich immer Mitglied in einem großen Verkehrsclub zu sein, denn ohne die Unterstützung des ADAC wäre die ganze Geschichte viel komplizierter gewesen.

Die fünf Semester auf der Volkshochschule haben sich absolut gerechnet. Nicht nur, dass der Polizist von mir begeistert war, ich habe durch die Sprachkenntnisse einige nette Menschen in den Niederlanden kennengelernt. Leute, wenn ihr schon ins Ausland fahrt, dann lernt wenigsten ein paar Grundbegriffe wie „Bitte“, „Danke“, „Guten Tag“ und „Ich hätte gerne…“ usw. in der Landessprache. Die Menschen in den Urlaubsländern werden es euch danken.

 

Ein neuer Wohnwagen muss her

 

Wenn man jung ist, also jünger als meine Frau und ich es sind, hat so ein französisches Bett mit knappen ein Meter vierzig im Wohnwagen ja noch einen gewissen Reiz. Und den sogar, wenn der Wohnwagen nicht über eine Tandemachse verfügt (Entschuldigung Bernd, aber es rappelt auch im Monoachser nicht).

Aber ab einem gewissen Alter wird einem genau dieses Bett dann doch zu unbequem und zu klein. Vor allem dann, wenn die liebe Ehefrau geschätzte 75 Prozent des Bettes für sich nutzt. Mit den verbleibenden 35 Zentimeter musste sich dann der Schreiber dieser Zeilen (180 cm groß, 120 kg schwer begnügen).

 

Und so geschah es, dass wir im Sommer 2013 auf einem Campingplatz in der Bretagne waren und meine Frau den Vorschlag machte, wir könnten doch mal auf die Messe fahren. Gemeint war natürlich nicht die Gießener Herbstmesse, sondern der anstehende Caravansalon in Düsseldorf. Dort soll man ja schon mal neue Wohnwagen zu Schnäppchenpreisen bekommen. Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme auch wenn dieses Vorhaben wieder eine ganze Stange Geld verschlingen würde.

Wieder zurück in der Heimat schaute sich meine Frau diverse Modelle von verschiedenen Herstellern an. Doch mal war die Aufteilung zu schlecht, mal die Möbel zu dunkel mal dies, mal jenes. Lediglich ein Modell blieb am Ende übrig. Ein Knaus Südwind 580 EU. Genau dieses Modell wollten wir uns dann auf der Messe mal genauer ansehen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen.

Unser altes Schätzchen (Hobby Exclusive 540 UFe) benötigte unbedingt TÜV und eine neue Gasprüfung und so brachte ich ihn kurz nach dem Urlaub zu einem Händler in der Nähe. Ich hatte etwas Zeit an diesem Nachmittag und so schlenderte ich über das Ausstellungsgelände um zu sehen was dieser Händler so alles an Wagen dort stehen hatte. Eigentlich wollte ich fast schon wieder gehen als ich in der hintersten Ecke noch ein Modell sah, welches mir irgendwie bekannt vorkam. Und tatsächlich, es war genau unser gesuchtes Modell welches auch noch über ein paar Extras (Frontscheibe, 189 l Kühl-Gefrierkombination usw.) die ich wahrscheinlich ohnehin bestellt hätte. Wieder zuhause erzählte ich sofort meiner Frau davon, mit dem Ergebnis, dass wir am nächsten Abend wieder bei dem Händler auf der Matte standen. Meine Frau war begeistert, ich war begeistert und so war der Kauf eigentlich schon beschlossene Sache und wurde genau eine Woche später unter Dach und Fach gebracht.

 

Bis zu Übergabe hat es aber noch zwei Wochen gedauert. Diese Zeit haben wir genutzt um unseren alten Wohnwagen meistbietend zu verkaufen. Wir haben geputzt, gewienert und gewachst, Fotos gemacht und den Wohnwagen auf verschiedenen Internetportalen zum Kauf angeboten. Was dann passierte hat mich dann aber doch geschockt. Da gab es Leute, die haben Beträge (über die Höhe schweigen wir hier mal) geboten, die unterhalb jeglicher Schmerzgrenze waren. Dabei hatten diese Personen den Wohnwagen noch gar nicht in Echt gesehen. Doch wie heißt es so schön: „Jeden Tag steht einer auf, der so etwas sucht und bezahlt“. Dieser jemand kam dann auch und hat unser Schätzchen zu einem noch angemessenen Preis (die Saison war ja leider schon vorbei) gekauft.

 

Als dann unser neues Feriendomizil auf unserem Hof stand mussten natürlich erst einmal alle Freunde, Bekannten usw. eingeladen werden um den Wagen vorzuführen. So ein bisschen Protzen gehört zu einem solchen Kauf einfach dazu.

 

Die nächsten Wochen verbrachten wir damit, den Wohnwagen wieder einzuräumen und es stelle sich heraus, dass nicht alles, was in den sechs Umzugskartons und zwei Klappkisten, welche ich aus dem alten Wohnwagen ausgeräumt hatte, wieder einen neuen Platz gefunden hat. Dieses lag allerdings nicht am fehlenden Stauraum, davon haben wir immer noch genug, sondern vielmehr daran, dass sich im Laufe von zwölf Jahren doch einiges ansammelt, was man eigentlich nicht benötigt und schon viel früher hätte entsorgt werden können.

 

Tja, und dann war gepackt und es hätte eigentlich losgehen können. Aber was heißt hier eigentlich und hätte? Es ging los und zwar -mal wieder- in unsere zweite Heimat Vrouwenpolder in Zeeland (NL). Dort verbrachten wir dann  eine wunderschöne Woche bei traumhaften Wetter und mussten feststellen, dass wir in den neuen Einzelbetten, welche man dank eines Rollrostes und Zusatzkeilen zu einer richtigen Spielwiese umbauen kann, doch wesentlich besser schlafen konnten als vorher.

Und das ganze wieder ohne Tandemachse!

Familie Taddey on Tour

Am Strand von Vrouwenpolder

In unserer Fotogalerie haben wir die schönsten Bilder unserer Reise zusammengestellt.

 

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© Andreas Taddey